Lyrik aus realem Kopf

Oh, dass hat gedauert. Schon 2019 sollte es verlegt worden sein. Doch jedes Mal fehlte irgend etwas oder gefiel nicht so richtig. Nach einem coolen Japantrip kamen entscheidende neue Ideen und Erkenntnisse. Und selbstverständlich neue Gedichte und Lieder hinzu. Dann, ja dann war es einfach fertig.

Um aus geschriebenen Worten etwas hörbares zu machen gibt es viele Wege. Bei MRM wird viel experimentiert und ausprobiert. Egal ob im Bandraum oder freier Wildbahn. Wichtig sind immer die Menschen um einem herum, welche inspirierend sein sollten.

Bisher sind zwei Alben in Fertigstellung. Eines wird unter „Indie-Rock“ und eines unter „Swing“ laufen. Jeder Song wird unendlich oft angehört und es werden Anpassungen vorgenommen, bis es passt. Zu jedem Lied wird ein Video kreiert um Inhalten Ausdruck zu verleihen. Da steckt viele Zeit, geistige Arbeit und Material drin. Neben real gedrehten Szenen werden auch zeitgemäße digitale Werkzeuge benutzt.

„Seelengarten“ ist ein berührendes und zugleich kämpferisches Werk über die Kraft der individuellen Identität. Der Text setzt sich intensiv mit dem Kontrast zwischen gesellschaftlicher Fremdbestimmung und innerer Freiheit auseinander.

Das lyrische Ich beschreibt den Druck von außen: „Sie“ – die anonyme Masse – urteilen, tuscheln und versuchen, das Gegenüber in ein Korsett aus Erwartungen zu zwängen. Die Vorwürfe reichen von Gefühlskälte bis hin zur Andersartigkeit. Doch der Text bricht aus dieser Opferrolle aus. Der Refrain fungiert als kraftvolles Mantra: In seinem eigenen „Seelengarten“ wird das Individuum zum „Riesen“ und zum „Piraten“ – ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung.

Fazit: „Seelengarten“ ist ein wichtiges Plädoyer für alle, die sich „anders“ fühlen. Es feiert die Resilienz des menschlichen Geistes und ermutigt dazu, sich nicht von den Zweifeln anderer kleinmachen zu lassen. Ein inspirierender Text mit viel Herzblut.

„Mein getreuer Freund“ ist eine hochemotionale Hommage an die bedingungslose Loyalität und Kameradschaft unter extremen Bedingungen. Der Text arbeitet mit starken Kontrasten – von „heißesten Wüsten“ bis zur „eisigen See“ – um die Unwirtlichkeit der Welt zu beschreiben, der sich die Protagonisten gemeinsam gestellt haben. Besonders eindringlich ist die Darstellung des Verlusts: Der „Buddy“, der im Kampf fiel, wird nicht nur als Soldat, sondern als engster Lebensbegleiter porträtiert.

Die Atmosphäre ist von einer tiefen, fast sakralen Melancholie geprägt. Die wiederkehrende Zeile „nun kommst du nach Haus“ verleiht dem Lied einen feierlichen, fast rituellen Charakter, der an eine letzte Ehrenbezeugung erinnert. Das Bild der „nach Blut durstigen Erde“ verleiht dem Text zudem eine archaische und bittere Schwere.

Fazit: Ein berührendes Stück über Trauer und die Unvergänglichkeit eines gemeinsamen Versprechens. Es verzichtet auf oberflächliche Heldenverehrung und konzentriert sich stattdessen auf den persönlichen Schmerz und die „Sehnsucht im Herzen“. Ein Lied, das vor allem durch seine Aufrichtigkeit und die Darstellung einer tiefen menschlichen Verbindung zwischen den Zeilen überzeugt.